Lahab Wüste - Vereinigte Arabische Emirate:
Die Lahbab-Wüste liegt etwa 50 Kilometer südöstlich von Dubai in den Vereinigte Arabische Emirate und gehört zu den beeindruckendsten Wüstenlandschaften der Region. Sie ist besonders bekannt für ihre spektakulären roten Sanddünen, weshalb sie oft als Teil der sogenannten „Red Dunes“ bezeichnet wird.
Schon bei der Ankunft eröffnet sich ein atemberaubendes Panorama: endlose, intensiv rot leuchtende Sandberge, die sich bis zum Horizont erstrecken. Die außergewöhnliche Färbung entsteht durch den hohen Eisenoxidanteil im Sand, der die Dünen in ein warmes, fast magisches Rot taucht – besonders eindrucksvoll im Licht der tief stehenden Sonne. Einige der Dünen erreichen Höhen von über 100 Metern und bieten einen faszinierenden Kontrast zum strahlend blauen Himmel.
Das Klima ist typisch für die Region: Im Sommer steigen die Temperaturen häufig auf über 40 °C, wodurch die Wüste eine extreme, aber zugleich beeindruckende Naturkulisse darstellt.
Ein absolutes Highlight jeder Reise in die Lahbab-Wüste ist die 4×4-Fahrt durch die Dünen, auch „Dünenbashing“ genannt. Mit leistungsstarken Geländewagen geht es rasant über steile Sandhänge hinauf und in schnellen Abfahrten wieder hinunter – ein Abenteuer voller Adrenalin und unvergesslicher Ausblicke. Die Red-Dune-Touren gelten als Höhepunkt unter den Wüstensafaris in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Kombination aus markant rotem Sand, weiter unberührter Landschaft und spannenden Offroad-Fahrten macht dieses Erlebnis zu einem unvergesslichen Abenteuer.
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Reiseimpressionen Lahab Wüste
One Night in Bangkok
Wir haben ein Stopp Over in Bangkok. Was tun? Regine und ich entschließen uns für eine Grand Chao Phraya Dinner Cruise. Bangkok bei Nacht!
Bereits beim Betreten des Schiffs wurde klar, dass diese Fahrt mehr als nur ein Abendessen sein würde – vielmehr eine stimmungsvolle Mischung aus Kulinarik, Lichtspiel und lebendiger thailändischer Kultur.Der Einstieg erfolgte am Asiatique The Riverfront, wo sich der moderne Nachtmarkt mit einer romantischen Hafenatmosphäre verbindet. Von hier aus legt das Schiff ab und gleitet sanft hinaus auf den Fluss, während die Sonne langsam der nächtlichen Skyline weicht. Ein reichhaltiges Buffet mit thailändischen Spezialitäten, frischen Meeresfrüchten und internationalen Gerichten ist ein kulinarisches Erlebnis.
Während wir unser Abendessen geniessen, begleiteten uns Live‑Musik und traditionelle thailändische Tanzvorführungen, die eine harmonische Balance zwischen Unterhaltung und kultureller Authentizität schufen. Besonders beeindruckend war die Darbietung klassischer Tänze wie Hanuman Chabanang, die auf elegante Weise alte Legenden zum Leben erwecken
Die Route der Fahrt gehörte zu den Höhepunkten des Abends: Nach und nach passierten wir einige der bekanntesten Wahrzeichen Bangkoks, die bei Nacht besonders eindrucksvoll erscheinen. Zu den unvergesslichen Anblicken zählten unter anderem der majestätische Wat Arun, die funkelnden Dächer des Großen Palastes, die Tempelanlage Wat Pho sowie die moderne Silhouette des Rama‑VIII‑Brücke. Der Kontrast zwischen historischen Bauwerken und moderner Architektur, alles glänzend erleuchtet, verlieh der Szenerie etwas Märchenhaftes.
Bangkok
Bangkok ist seit 1782 die Hauptstadt des Königreichs Thailand und ist die mit Abstand größte Stadt des Landes.Der zeremonielle Name der Stadt Bangkok in Thai lautet
„กรุงเทพมหานครอมรรัตนโกสินทร์ มหินทรายุธยามหาดิลก ภพนพรัตน์ราชธานีบุรีรมย์ อุดมราชนิเวศน์ มหาสถานอมรพิมาน อวตารสถิต สักกะทัตติยะ วิษณุกรรมประสิทธิ์“
„Stadt der Devas, große Stadt [und] Residenz des heiligen Juwels Indras [Smaragd-Buddha], uneinnehmbare Stadt des Gottes, große Hauptstadt der Welt, geschmückt mit neun wertvollen Edelsteinen, reich an gewaltigen königlichen Palästen, die dem himmlischen Heim des wiedergeborenen Gottes gleichen, Stadt, die von Indra geschenkt und von Vishvakarman gebaut wurde.“
Bangkok bildete ursprünglich nur ein kleines Fischerdorf am östlichen Ufer des Chao Phraya. Im Jahr 1511 wurde es zum ersten Mal auf einer portugiesischen Landkarte verzeichnet. Um 1680 gab es südlich des Dorfes nur drei bewohnte Plätze: ein Zollhaus, die von den Holländern 1622 angelegte Faktorei namens Fort Amsterdam sowie den Ort Ban Vat. Noch während der geschichtlichen Epoche des Königreichs Ayutthaya entwickelte sich der Ort zu einem ansehnlichen Handelshafen und bedeutenden Haltepunkt an der Wasserroute zur Hauptstadt
Chao-Phraya-Fluss
Die Stadt liegt an der Nahtstelle der Indochinesischen und der Malaiischen Halbinsel am Mae Nam Chao Phraya (Chao-Phraya-Fluss) und nördlich des Golfs von Thailand durchschnittlich fünf Meter über dem Meeresspiegel. Der Name „Chao Phraya“ bedeutet „der Große Herrscher“ und verweist auf die historische Bedeutung des Flusses für Handel, Transport und Bewässerung. Er hat zahlreiche Künstler, Schriftsteller und Dichter inspiriert und ist ein Symbol für die kulturelle Vielfalt Bangkoks, wo thailändische, chinesische und westliche Einflüsse aufeinandertreffen.
Der Chao Phraya ist Thailands wichtigste Wasserstraße, die Bangkok durchfließt und als kulturelle, wirtschaftliche und touristische Lebensader der Stadt gilt. Der Chao Phraya, entsteht durch den Zusammenfluss der Flüsse Ping und Nan in Nakhon Sawan und fließt über etwa 372 Kilometer durch die zentrale Tiefebene Thailands bis nach Bangkok, wo er in den Golf von Thailand mündet. Wichtige Zuflüsse sind der Yom und der Wang, und bei Chai Nat teilt sich der Fluss in den Hauptarm und den Tha-Chin-Fluss. Der Fluss durchquert mehrere Provinzen und ist eine zentrale Verkehrs- und Bewässerungsader für die Region.
Bedeutung für Bangkok
In Bangkok ist der Chao Phraya mehr als nur ein Fluss – er ist das Herzstück der Stadt. Er dient als wichtige Verkehrsader mit Expressbooten, Tourist Boats und Fähren, die sowohl Einheimische als auch Touristen nutzen. Die Ufer sind dicht bebaut und beherbergen historische und kulturelle Wahrzeichen wie den Großen Palast, Wat Arun, Wat Pho sowie moderne Einkaufszentren wie ICONSIAM. Die Wasserstraßen sind auch für den Handel, die Fischerei und die Landwirtschaft von großer Bedeutung.
Von Bangkok aus reisen wir zu einem Kurzbesuch an den Strand von Hua Hin. Da war ich schon mehrmals und es ist immer wieder schön, am Pier zu sitzen und fangfrischen Fisch zu genießen.
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Reiseimpressionen One Night in Bangkok
Unterwegs in Burjatien, Besuch Upper Berezovka und die Vielfalt Sibiriens
Nach unserem Abenteuer, den zugefrorenen Baikal See zu Fuß zu überqueren fahre ich mit meinen Reisefreunden nach einer Erholungspause Richtung Ulan-Ude. Wir wollen dem Museumsdorf Berezovka einen Besuch abzustatten und möchten die Winterlandschaft und die Kultur der Völker Transsibiriens kennlernen.
Burjatiens – wo Steppe, Taiga und Baikal aufeinandertreffen
Unsere Reise führt durch endlose Wälder und weite Steppe, diese Region hat eine besondere Mischung aus sibirischer Weite und mongolischer Nähe. Burjatien liegt im Osten Russlands, am Ostufer des Baikalsees und direkt an der Grenze zur Mongolei – eine geografische Lage, die ihre Kultur und Geschichte stark geprägt hat.
Die Republik Burjatien erstreckt sich zwischen dem Baikalsee, den Ausläufern des Jablonowygebirges und den weiten Steppen nördlich der Mongolei. Die Region umfasst Täler, Waldgebiete, Hochgebirge und den Zugang zu einem der bedeutendsten Naturwunder der Erde – dem Baikalsee.
Geschichte Burjatiens – vom Nomadenland zur autonomen Republik
Die Wurzeln Burjatiens liegen in der nomadischen Vergangenheit der Burjaten, einem zur mongolischen Völkerfamilie gehörenden Volk. Über Jahrtausende lebten sie in Rundzelten, zogen mit Herden durch die Steppen und nutzten die Wälder zum Jagen und Fischen.
Im 17. Jahrhundert begann die Eingliederung in das Russische Reich, begleitet von wachsender russischer Besiedlung.1923 wurde schließlich die Autonome Burjat-Mongolische Republik gegründet, aus der später die heutige Republik Burjatien hervorging.
Diese geschichtlichen Einflüsse haben eine faszinierende Mischung aus russischen und mongolisch-buddhistischen Elementen entstehen lassen, die überall spürbar ist.
Kultur Burjatiens – zwischen Buddhismus, Schamanismus und Nomadentradition
Die Kultur der Burjaten ist geprägt durch mongolische Wurzeln: Traditionelle Reitkunst, Filz- und Lederarbeiten, charakteristische Kleidung und Musik,,die rituelle Verbindung zwischen Menschen, Tier und Natur. Der tibetische Buddhismus (Lamaismus) ist die wichtigste Religion und bildet zusammen mit alten schamanistischen Bräuchen ein kulturelles Doppel, das in Zeremonien, Tempeln und Festen spürbar ist. Auch die russische Kultur hat seit dem 17. Jh. deutliche Spuren hinterlassen – zu sehen in Architektur, Sprache und Alltagsleben.
Bevölkerung – Vielfalt im Herzen Sibiriens
Burjatien zählt heute rund 971.000 Einwohner: Davon sind Russen ~66 %, Burjaten ~30 %, dazu noch kleine Minderheiten wie Ukrainer, Tataren, Ewenken und Sojoten. Diese multiethnische Mischung bereichert die Region kulturell und prägt Feste, Küche und Traditionen.
Museumsdorfs Obere Beresowka
Wir besuchen das ethnografischen Museumsdorfs Obere Beresowka. Ein Fenster in die Vergangenheit – und Gegenwart – Burjatiens. Das Dorf ist eines der größten Freilichtmuseen Russlands. Es beherbergt über 40 historische Gebäude und mehr als 11.000 Exponate. Wir wandern im Schnee zwischen Holzhäusern, Jurten, Scheunen und alten Kultstätten und spürt sofort die enge Verbindung der Menschen zur Natur. Viele der Gebäude wurden aus ihren ursprünglichen Dörfern hierher versetzt und sorgfältig restauriert.
Im Burjatischen Komplex stehen traditionelle Gers, begleitet von Haushaltsgeräten und Erzählungen über nomadische Lebensformen. Der Einfluss des Buddhismus ist sichtbar und begleitet den Besucher.]
Im Russisch-sibirischer Komplex (Zabaikal) sieht man Blockhäuser, geschnitzte Fenster, Werkstätten – sie erzählen von den russischen Siedlern, die seit dem 17. Jahrhundert in die Region kamen.
Im Evenken-Komplex finden wir Kegelförmige Zelte, Jagdutensilien und Rentiergeschirr. Sie zeigen das Leben der indigenen Jäger und Sammler in den nördlichen Taigawäldern.
Im Buddhistischer Komplex thront der Tempel Rinpoche Bagsha, ein moderner lamaistischer Tempel mit goldenen Elementen – ein starkes Zeichen der spirituellen Kraft Burjatiens.
Das Museumsdorf wirkt lebendig, greifbar und voll Herz.– und das macht den Besuch besonders
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Reiseimpressionen Burjatien
Ulan-Ude im Winter und eine Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn nach Irkutsk
Ulan-Ude liegt im südöstlichen Sibirien, nahe der mongolischen Grenze und etwa 100 km östlich des Baikalsees. Die Stadt ist Hauptstadt der Republik Burjatien und liegt im Tal des Flusses Uda.
1666 wurde die heutige Stadt als Kosakenfestung Udinskoye gegründet. Es wurde eine bedeutende Handelsstation auf dem Teeweg zwischen Russland und China. Durch den Bau der Transsibirische Eisenbahn ist der Ort gegen 1900 stark gewachsen. Die Umbenennung in Ulan-Ude (Rote Uda) fand 1934 statt.
Ulan-Ude hat etwa 460.000 Einwohner, darunter Russen, Burjaten, Mongolen, Ewenken und Tataren.
Ulan-Ude ist das buddhistische Zentrum Russlands mit Klöstern, Traditionen und burjatischer Küche.
Bei einem Stadtrundgang mit meinen Reisefreunden sehen wir u.a. den Lenin-Kopf (Größter Lenin-Kopf der Welt), die Altstadt mit historischen Holzhäusern und Museen, - Opern- und Balletttheater sowie die Odigitrievsky-Kathedrale. Da Winterzeit ist können wir die Eisskulpturen in der Stadt bewundern. Am Abend sind die Schneefiguren beleuchtet.
Wir nehmen den Nachtzug mit der Transsibirischen Eisenbahn von Ulan -Ude nach Irkutsk. Der Abschnitt beträgt ca. 460 km und dauert 9 Stunden. Der Nachtzug bietet klassische Transsib-Atmosphäre, Samowar-Tee und Ausblicke auf verschneite Taiga, die man aber nur schemenhaft im Dunkeln sieht.
Die Strecke von Moskau nach Wladiwostok ist 9.289 km lang und durchquert 7 Zeitzonen.
Zur Geschichte der TansSib:
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts konnte Russland zur Ausbeutung der sibirischen Reichtümer unmöglich länger auf Pferdefuhrwerke und Lastkähne setzen, so dass in den 1870er Jahren Planungen für eine Eisenbahn durch ganz Sibirien begannen. Nachdem die russische Eisenbahn 1886 den Ostrand des Ural erreicht hatte, wurden verschiedene Trassenführungen erwogen. Zar Alexander III. entschied sich für eine durchgehende Bahnstrecke, die Transsib.
Der Plan war, dass Russland durch die Transsib einen leichteren Zugang zum chinesischen Markt hätte, so dass auch der europäische Handel mit China zum Teil auf diesen Weg verlagert werden könnte. So war z. B. beabsichtigt, den chinesischen Teehandel, den Großbritannien durch den indischen Tee zerstört hatte, wieder zu beleben. Ebenso wurde es durch eine Eisenbahn wirtschaftlich, sibirisches Getreide in den europäischen Teil Russlands und nach Russisch-Mittelasien zu transportieren. Dazu kam die Erwartung, dass die Bahn die sibirische Wirtschaft ankurbeln und ausländische Investitionen anlocken würde.
Eine Rolle spielte auch die Trans Sib als geoökonomisches und geopolitisches Zukunftsprojekt, Russland und Sibirien als Transitraum und Drehscheibe des Weltverkehrs mittels transkontinentaler Verkehrsachsen zwischen Asien, Amerika und Europa zu etablieren. Die ökonomische Verflechtung sollte zur Festigung der friedlichen Beziehungen zwischen den Staaten beitragen.
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Reiseimpressionen Ulan-Ude und Transsibirische Eisenbahn
Irkutsk: Ein Wintermärchen im „Paris Sibiriens“
Wenn der sibirische Winter Einzug hält, verwandelt sich Irkutsk in eine Szenerie wie aus einem russischen Roman. Bei klirrender Kälte von bis zu -30 Grad glitzert die Luft vor Eiskristallen, während der „mächtige Strom“, die Angara, dampfend durch die Stadt fließt – sie ist der einzige Fluss, der aufgrund der Fließgeschwindigkeit auch im tiefsten Winter niemals ganz zufriert.
Von Ulan-Ude aus reise ich mit meinen Reisefreunden mit der Transsibirischen Eisenbahn nach Irkutsk, das als „Paris Sibiriens“ gilt. Ein Beiname, den die Stadt vor allem den Dekabristen (verbannten Adligen) verdankt, die im 19. Jahrhundert europäischen Glanz, Wissenschaft und Architektur in die Abgeschiedenheit Sibiriens brachten.
Irkutsk liegt etwa 70 km vom südwestlichen Ende des Baikalsees entfernt. Östlich der Stadt erstrecken sich südwestliche Ausläufer des Baikalgebirges und südwestlich erheben sich Ausläufer des Ostsajan. Am Südostrand der Stadt wird die Angara zum Irkutsker Stausee aufgestaut, unterhalb seines Staudamms – aber noch im Irkutsker Stadtgebiet – mündet der von Südwesten kommende Irkut ein.
Irkutsk entstand aus einem Kosakenfort (Ostrog), das 1661 vom Kosakenführer Jakow Pochabow am Ufer des Flusses Angara angelegt wurde. 1686 bekam Irkutsk das Stadtrecht. Erst gegen 1760 wurde der Sibirische Trakt, die erste Straßenverbindung zwischen Moskau und Irkutsk, fertiggestellt, und die Stadt entwickelte sich zum Dreh- und Angelpunkt für den Handel mit den Schätzen Sibiriens und den Importen aus dem Kaiserreich China: Pelze, Diamanten, Gold, Seide, Tee, Holz. Mit dem Handelsaufschwung entwickelte sich die Stadt auch zu einem bemerkenswerten Zentrum für Wissenschaft und Kultur – nicht zuletzt dank der großen Zahl von politisch Verbannten. Die Stadt war Ausgangspunkt der ersten beiden Expeditionen von Vitus Bering 1728.
Architektur und Flair
Bei unserem Spaziergang durch die Stadt offenbart sich, warum Irkutsk seinen Beinamen „Paris Sibiriens“ trägt. Zwischen modernen Bauten leuchten die berühmten hölzernen Wohnhäuser mit ihren kunstvoll geschnitzten Fensterrahmen, die wie weiße Spitze aussehen. Besonders im Quartier 130 lässt sich dieses historische Flair bei einem heißen Tee oder einem Glas Wodka in gemütlichen Cafés nachempfinden. Die prunkvollen Kirchen mit ihren bunten Zwiebeltürmen, wie die Epiphany-Kathedrale, bilden einen leuchtenden Kontrast zum stahlblauen Winterhimmel.
Das Herzstück des Winters ist das Eis. Überall in der Stadt und am Ufer der Angara entstehen im Januar gigantische Eisskulpturen. Diese kristallklaren Kunstwerke werden nachts spektakulär beleuchtet und lassen die Stadt wie einen Palast aus Glas wirken.
Ein Stück weiter, wo die Strömung nachlässt, begegnet man den Eisfischern. Geduldig sitzen sie in dicke Pelze gehüllt neben ihren gebohrten Löchern im meterdicken Eis. Es ist ein Bild absoluter Stille und Ausdauer, das die Seele Sibiriens perfekt widerspiegelt.
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Reiseimpressionen Irkutsk
Religiöses Rückzugsgebiet früher Christen:
Göreme – Uçhisar – Güvercinlik Tal – Derinkuyu (Kappadokien)
Mit Reisefreunden bin ich nach Kappadokien in die Türkei gereist, um auf den Suren früher Christen in Kappadokien zu wandeln. Der Weg führt zuerst nach Göreme.
Göreme bildet das Herz Kappadokiens,
ein Ort, der wirkt, als sei er fast vollständig aus weichem Tuffstein herausgewachsen. Man begegnet den typischen Feenkaminen, kleinen Höhlenwohnungen und gemütlichen Cafés, die das Bild des Ortes prägen.
Der heutige Name Göreme geht auf eine lange Geschichte zurück: In der Antike war der Ort unter den Bezeichnungen Korama, Matiana und Macan bekannt und entwickelte sich bereits in byzantinischer Zeit zu einem wichtigen Zentrum des frühen Christentums.
Über Jahrhunderte diente die Region als religiöses Rückzugsgebiet, in dem Mönche Wohnräume, Klöster und Kirchen direkt in den weichen vulkanischen Tuffstein schlugen. Ihre berühmten Höhlenkirchen mit Fresken aus dem 10. bis 12. Jahrhundert zählen heute zum UNESCO-Welterbe des Göreme-Nationalparks, der 1985 in die Liste aufgenommen wurde.
Die eindrucksvolle Landschaft entstand durch gewaltige Vulkanausbrüche und die unermüdliche Erosion der vergangenen Jahrtausende. So entwickelte sich Göreme zu einem natürlichen Schutzraum für verfolgte christliche Gemeinschaften, die sowohl religiöse Anlagen als auch komplette Siedlungen in den Fels meißelten.
Güvercinlik Tal
Von Göreme führt der Weg weiter durch das Güvercinlik Tal – besser bekannt als Pigeon Valley –, eines der malerischsten und farblich zartesten Täler Kappadokiens. Seinen Namen verdankt es den zahlreichen Taubenhäusern, die seit Jahrhunderten in die Felswände geschlagen wurden. Die Tauben lieferten wertvollen Dünger für die umliegenden Weingärten, weshalb ihre Haltung eine lange Tradition besitzt. Während man auf schmalen Pfaden und kleinen Felstunneln durch das Tal wandert, eröffnen sich immer wieder eindrucksvolle Ausblicke auf die pastellfarbenen Tuffsteinformationen und die alten, mit Inschriften versehenen Taubenhöhlen.
Uçhisar
Der Weg steigt allmählich an, bis schließlich der markante Fels von Uçhisar erreicht wird – ein natürlich entstandener Turm, der über die gesamte Umgebung hinausragt. Uçhisar bietet einen der schönsten Panoramablicke Kappadokiens. Besonders eindrucksvoll ist die Burg von Uçhisar, ein natürlicher Felsblock, der von einem labyrinthartigen Höhlensystem durchzogen ist. Von oben eröffnet sich ein weiter Blick über das Göreme-Tal und das Taubental.
Derinkuyu
Wir tauchen in die Geschichte der Region unterirdische Stadt Derinkuyu ein,rund 29 Kilometer südlich von Göreme. Sie ist die größte und tiefste der bekannten unterirdischen Anlagen Kappadokiens und reicht 55 bis 85 Meter in die Tiefe. Auf mindestens acht heute zugänglichen Ebenen erstrecken sich Wohnräume, Lagerräume, Ställe, Kirchen – darunter die charakteristische „Kleeblattkirche“ – sowie Weinpressen und ausgefeilte Belüftungsschächte. Massive Rollsteintüren dienten einst als Schutzmechanismus und konnten ganze Gänge verschließen. Schätzungen zufolge konnten in Derinkuyu mehrere Tausend, möglicherweise sogar Zehntausende Menschen zeitweise leben.
Die Ursprünge der Anlage sind bis heute nicht eindeutig datierbar: Einige Archäologen vermuten einen hethitischen Ursprung vor über 4000 Jahren, während andere die entscheidenden Ausbaumaßnahmen christlichen Gemeinschaften des 6. bis 10. Jahrhunderts zuschreiben.
Nach so viel Kultur besteigen wir einen Bergkamm und lassen uns es bei Speis und Trank, mit herrlicher Aussicht, gut gehen.
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Reiseimpressionen Kappadokien : Auf den Spuren früher Christen
Abenteuerreise entlang alter Seidenstraßen durch Usbekistan, Tadschikistan und Kirgistan über gewaltige Hochgebirgspässe und durch einige der entlegensten Gebiete Zentralasiens
Von München aus geht es mit Türkisch Airline über Istanbul nach Taschkent.
Wer nach Zentralasien reist, landet nicht nur in einer anderen Landschaft, sondern in einer anderen Zeit. Mein Reisefreund Johann und ich steigen in Taschkent aus dem Flugzeug, und schon beim ersten Schritt auf die Gangway liegt dieser vertraute Duft von trockenem Staub, Teeblättern und Abenteuern in der Luft. Zum dritten Mal zieht es uns in die Welt zwischen Seidenstraße und Hochgebirge — diesmal mit einem klaren Ziel: die Seitenarme des Pamir, die kaum jemand besucht, und die stille, unendlich weite Schönheit Kirgistans.
Wie immer haben wir uns einen Geländewagen mit Fahrer organisiert. Und wie immer schlafen wir in Homestays, dort, wo das wahre Leben stattfindet: in traditionellen Häusern, über warmen Öfen, bei Gesprächen mit Einheimischen voller Gesten, Tee und ehrlichem Lachen.
Taschkent: Ein Mosaik aus Zeiten
Taschkent überrascht uns erneut. Zwischen sowjetischen Prachtbauten und engen, traditionellen Altstadtgassen besuchen wir den Khast-Imam-Komplex mit seiner Jahrhunderte alten Koran-Ausgabe, schlendern über den brodelnden Chorsu-Basar und verlieren uns in der berühmten Metro — einem Kunstmuseum unter der Erde.
Es ist ein idealer Auftakt. Der richtige Mix aus Kultur, Chaos und dem Gefühl, dass man erst am Rand dessen steht, was diese Reise noch bereithält.
Chudschand und die Sieben Seen: Farben einer anderen Welt
Tadschikistan empfängt uns mit fruchtbaren Tälern und lebendigen Basaren. Der Markt von Pandschschanbe ist ein Meer aus Düften: frisch gemahlener Kreuzkümmel, getrocknete Aprikosen, Fleischspieße über offenem Feuer.
Doch die wahre Schönheit zeigt sich auf dem Weg zu den Sieben Seen im Fann-Gebirge. Die Straße windet sich über den Shahriston-Pass, und hinter jeder Kurve öffnet sich ein neues Panorama. Jeder der Seen leuchtet in einer eigenen Farbe — smaragd, türkis, tiefblau. Wir wandern zum obersten, sitzen stundenlang am Ufer und hören nur Wind und Wasser. Ein Ort, an dem die Zeit den Atem anhält.
Iskanderkul und Duschanbe: Legenden und Leben
Der Iskanderkul-See liegt still und silbern inmitten schroffer Berge — ein Ort, der schon Alexander den Großen beeindruckt haben soll. Später rollen wir über den Anzob-Pass nach Duschanbe, wo die Hisor-Festung und die breiten Boulevards einen Kontrast zur einsamen Bergwelt bilden. Es ist der letzte Hauch von Urbanität, bevor wir endgültig eintauchen in das, was die Tadschiken „Dach der Welt“ nennen.
Auf dem Pamir Highway: Unterwegs am Rand der Zivilisation
Von Kalai-Khumb bis Chorog folgen wir dem Fluss Pandsch — Afghanistan stets auf der anderen Seite. Die Straße ist oft nicht mehr als ein schmaler, bröckelnder Streifen an einer Felswand. Staub wirbelt, Geröll rollt, und manchmal fährt man mehr durch die Landschaft als auf ihr.
Der Wakhan-Korridor schließlich ist ein Höhepunkt der Reise. Alte Forts wie Yamchun thronen hoch über dem Tal, Nomaden treiben ihre Herden über karge Hänge, und in den heißen Quellen von Bibi Fotima nehmen wir ein Bad.
Jarty Gumbez und Murgab: Die Einsamkeit hat einen Namen
Jarty Gumbez ist einer dieser Orte, an denen man begreift, wie groß die Welt wirklich ist. Keine Straßen, keine Dörfer, nur Himmel, Steppe und der Wind. Die heiße Quelle dampft und lädt uns wieder zum Bad ein.
Murgab dagegen wirkt wie eine vergessene Mondstation — Häuser im Flachbau, Yakherden, Nomadenkinder mit roten Wangen. Über den Ak-Baital-Pass erreichen wir Karakul: ein See aus flüssigem Himmel, eingerahmt von schneebedeckten Gipfeln.
Und dann nimmt die Reise eine Wendung, mit der niemand rechnet.
Zwischen Grenze und Geheimdienst: Ein unfreiwilliges Kapitel
An der kirgisischen Grenze wird plötzlich alles ernst. Mein Pass wird eingezogen, der Schlagbaum fällt, der Verkehr kommt zum Erliegen. Grund: Meine Ausreise aus Kirgistan — vor acht Jahren — fehlt im System. Der Verdacht: illegaler Grenzübertritt. Schlimmer noch: möglicher Drogenschmuggel. Niemand spricht Englisch und ich weiß nicht was man von mir will und was der Grund der Aufregung ist. Google Translater wird unser Retter. Ich werde vom Geheimdienst abgeführt, nach Osch gebracht, verhört. Erst als ich die deutsche Botschaft einschalte, beginnt sich das Blatt zu wenden. Einen Tag später stehe ich wieder draußen — ohne Pass, aber reisefähig. Am Ende stellt sich heraus: Ein Stromausfall damals hatte die Registrierung gelöscht. Nach diesem Nervenkitzel dürfen wir weiter. Ein Abenteuer, das die Welt nicht braucht — aber eines, dass man nie vergisst.
Der Norden Kirgistans: Pferde, Seen und das Land des Manas
Zurück in den Bergen Kirgistans reiten wir auf Pferden zum Pass der Reisenden und blicken hinab auf gewaltige Gipfel. In Osch belebt uns der große Basar, in Sary-Chelek wandern wir durch Wälder und umgeben von stillen, leuchtenden Seen.
Ala-Buka und das Chatkal-Gebirge zeigen die kirgisische Provinz in voller Schönheit: gastfreundlich, ursprünglich, sanft und wild zugleich.
In Talas besuchen wir den Manas-Ordo-Komplex, ein spirituelles Zentrum des kirgisischen Nationalepos.
Durch das grüne Suusamyr-Tal fahren wir schließlich nach Bischkek, wo die Reise endet — aber in Gedanken noch lange nachhallt.
Ganz persönlich:
Zentralasien ist kein Reiseziel, das man zufällig wählt. Es ist ein Landstrich für jene, die das Weite lieben, das Echte suchen und sich nicht scheuen, an Orte zu reisen, die mehr Himmel als Mensch kennen. Wir kehren zurück mit dem Gefühl, für einen Moment dort gewesen zu sein, wo die Welt mit am höchsten ist.
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Reiseimpressionen Usbekistan, Tadschikistan, Kirgistan 1
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Reiseimpressionen Usbekistan, Tadschikistan, Kirgistan 2
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Reiseimpressionen Usbekistan, Tadschikistan, Kirgistan 6 Panoramabilder
Wüste Rub al Khali (das „Leere Viertel“) und das Weihrauchland im Oman
Von München aus ging es mit einem kurzen Zwischenstopp in Muscat nach Salalah. Das Ziel von Regine und mir: Die Wüste Rub al-Chali, die größte zusammenhängende Sandwüste der Erde bereisen.
Salalah – Das Herz der Weihrauchregion
Wir beginnen unsere Reise in Salalah, das historische Zentrum von Dhofar, das in der Antike für seinen Weihrauch weltberühmt war. Der kostbare Harz wurde, wie Gold gehandelt und über die legendären Weihrauchrouten bis in den Mittelmeerraum exportiert. Dieses Monopol machte die Stadt zu einem wichtigen Handelszentrum – sogar Marco Polo beschrieb Salalah im 13. Jahrhundert als wohlhabend. Die Bedeutung des Weihrauchs spürt man bis heute: In der Region liegen wichtige archäologische Stätten wie das Al-Baleed Archaeological Park, das einstige Zentrum des Handels. Durch seine Lage an den antiken Handelswegen war Salalah immer ein Ort des kulturellen Austauschs zwischen Arabien, Ostafrika, Persien und dem indischen Subkontinent. Die Stadt entwickelte sich zu einem Schmelztiegel verschiedener Einflüsse – etwas, das bis heute in Traditionen, Architektur und Küche sichtbar ist. Salalah war über Jahrhunderte die traditionelle Hauptstadt Dhofars. Besonders in jüngerer Geschichte spielte die Stadt eine zentrale Rolle: Von 1932 bis 1970 regierte Sultan Said ibn Taimur das damalige Muscat und Oman direkt aus Salalah. Erst sein Sohn, Sultan Qaboos, verlagerte die Hauptstadt später nach Muscat.
Ein ruhiger Beginn – Ankommen am Meer
Nach einem langen Flug lassen wir unsere Reise entspannt beginnen. Direkt am Hotel erwartet uns ein breiter Sandstrand, an dem wir einen ganzen Tag zur Erholung verbringen. Die Anlage ist noch festlich mit weihnachtlichen Dekorationen geschmückt – ein reizvoller Kontrast zur sommerlichen Wärme von Dhofar. Das Rauschen der Wellen und die Ruhe des Ortes sind die perfekte Einstimmung auf die kommenden Tage.
Am nächsten Tag besichtigen wir Salalah.
Die Große Sultan-Qaboos-Moschee in Salalah ist eine der beeindruckendsten Moscheen Omans und eine der größten weltweit. Sie wurde 2009 geweiht und bietet Platz für bis zu 3200 Gläubige. Die Moschee ist bekannt für ihre lichtdurchflutete Gebetshalle, die mit einem 36 Meter hohen Kuppeldom und zwei Minaretten ausgestattet ist. Der Innenhof ist mit gemustertem Marmorboden und einer Ruhezone ausgestattet, die für Besucher muslimischen Glaubens vorbehalten ist.
Der Salalah Central Market, also der zentrale Markt von Salalah entstand 1979 in einem damals neu gegründeten Souk. Es ist ein sehr lebendiger Markt, was heißt: Neben Fisch und Fleisch wird hier vor allem Obst und Gemüse angeboten. Durch seine Nähe zur Sultan-Qabus-Moschee wäre dieser auch gut fußläufig zu erreichen.
Wadi Dawkah – Im Reich des Weihrauchs
Unsere Reise geht weiter ins Reich des Weihrauchs und führt uns weiter ins Wadi Dawkah, eines der wichtigsten Weihrauchanbaugebiete der Welt. Seit Jahrtausenden wachsen hier die berühmten Boswellia-Sacra-Bäume, die den kostbaren omanischen Weihrauch liefern. Die Erntezeit liegt zwischen April und September. Die Qualität hängt stark von der Feuchtigkeit des Bodens ab. Die besten Harze stammen aus trockenen Inlandregionen, fern der Küste. Die Erntetechnik – das Anritzen der Rinde mit einem speziellen Messer – gilt als Kunsthandwerk. Das Wadi Dawkah wurde aufgrund seiner historischen Bedeutung und der jahrtausendealten Handelswege in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.
Das üppige Tal: Wadi Darbat
Die subtropische Region Dhofar im Süden des Oman besticht durch vielfältige Naturlandschaften – vom Dschungel bis zur Wüste. Eines der schönsten Ziele, die wir ansteuern, ist das Wadi Darbat in den Dhofar-Bergen. Es ist ein ökologisches Kleinod, in dem viele Zugvögel und gefährdete Arten leben, darunter der Arabische Leopard. Den wir allerdings nicht zu Gesicht bekommen. Dafür aber freilaufende Kamelherden, da es im Tal einen Süßwasser See hat. Der Fluss, der durch das Wadi Darbat fließt, wird von den umliegenden Bergen gespeist. In der Khareef-Zeit (Südwestmonsun) zwischen Juni und September führt er so viel Wasser, dass er in sechs nebeneinanderliegenden Kaskaden in eine breite Grotte mit türkis Wasser und weißem Sand stürzt. Dieser großartige Wasserfall ist das Highlight des Wadi Darbat
Himmelfahrt auf den Jabal Samhan
Wir verbinden den Besuch im Wadi Darbat mit einer Stippvisite auf den knapp 1.300 Meter hohen Aussichtspunkt des Jabal Samhan. Die gut einstündige Fahrt führt direkt in die Wolken – was allein schon ein besonderes Erlebnis ist. Wer Glück hat und wie wir einen klaren Tag erwischt, kann von dort oben auf Salalah und bis zum Ozean schauen. Der Jabal Samhan ist mit 2.100 Meter Höhe der höchste Gipfel des Oman. Dort leben vereinzelt noch Arabische Tahre, ziegenähnliche Paarhufer, die zu den stark gefährdeten Arten zählen.
Taqah – Wo Geschichte lebendig bleibt
Im historischen Zentrum von Taqah, umgeben von der alten Festung und der berühmten Sheikh Al-Afif Moschee, steht ein Familienhaus – die Koofan Heritage Lodge – eines der ältesten und schönsten traditionellen Häuser in der Region Dhofar. Seit mehr als 150 Jahren tragen diese Mauern das Leben und die Erinnerungen unserer Vorfahren, sagt uns der Hausherr. Früher lebten und handelten hier Händler, Familien fanden in diesen Räumen Zuflucht, und unsere Gemeinschaft tauschte Geschichten und Waren aus. Dieses Haus war einst das Zuhause von Salim Koofan, dessen Ehrlichkeit und Großzügigkeit das Vermächtnis unserer Familie prägten, heute setzen wir, so der Hausherr beim Tee, den Weg fort, den unsere Vorfahren begonnen haben, und öffnen unsere Türen als Kulturerbe Museum und Gasthaus – und laden Gäste ein, Teil unserer Geschichte zu werden.
Die Stille der Wüste – Begegnung mit den schwarzen Kamelen
Ein weiterer Reiseabschnitt führt uns tief in die omanische Wüste, wo wir in einem traditionellen Wüstencamp übernachten. Inmitten der Sanddünen begegnen wir den faszinierenden schwarzen Kamelen Omans. Schwarze Kamele gelten im Oman als Zeichen von Reichtum und Prestige und sind kulturelle und spirituelle Statussymbole bei Hochzeiten, Festen und Ritualen. Ihre dunkle Färbung rührt von genetischen Besonderheiten her, die die Melaninproduktion erhöhen. Dadurch sind sie besonders widerstandsfähig gegenüber Sonne und Hitze. Sie besitzen dichteres, längeres Fell einen markant geformten Kopf, kräftigere Lippen und Haut. Viele Geschichten und Lieder handeln von diesen majestätischen Tieren – darunter die Legenden um Saif Al‑Rahbi und sein berühmtes Kamel Al‑Rahba.
Wüste Rub al Khali
Wir reisen tiefer in die Rub al‑Khali, einem Wüstenmeer mit überraschender Vergangenheit. Die Rub al‑Khali (das „Leere Viertel“), wirkt heute wie eine endlose, trockene Sandwüste. Tatsächlich ist sie mit rund 650.000 km² die größte zusammenhängende Sandwüste der Welt und bedeckt weite Teile Saudi-Arabiens, Omans, der VAE und des Jemen. Doch unter der Oberfläche erzählt sie eine andere Geschichte. Neuere geologische und archäologische Studien zeigen, dass die Rub al‑Khali in mehreren Phasen der Vergangenheit erstaunlich feucht und fruchtbar war. Während des sogenannten „Green Arabia“‑Zeitfensters vor 11.000–5.500 Jahren gab es dort Seen, Flüsse, Grasland und Savannen – eine Landschaft, die Tieren wie Flusspferden und frühen Menschen ideale Lebensbedingungen bot. Ein besonders großer prähistorischer See erreichte vor etwa 8.000 Jahren eine Größe von über 1.100 km² und formte durch Überlaufen sogar ein 150 km langes Tal. Diese feuchten Perioden ermöglichten es Menschen und Tieren, die Arabische Halbinsel zu durchwandern. Die Wüste war Teil alter Handels- und Wanderwege, die lange vor ihrem heutigen Wüstenstatus existierten. In der Mitte des 20. Jahrhunderts entdeckte man unter den Dünen gewaltige Ölvorkommen, darunter 1948 das größte konventionelle Ölfeld der Welt, Al‑Ghawār.
Reiseabenteuer in der Rub al-Chali
Wir mieten uns in Salalah ein geländegängiges Fahrzeug für die Wüste samt Fahrer. Mit einem Grollen setzt sich das Geländefahrzeug in Bewegung. Die letzten Spuren der Zivilisation verschwanden im Rückspiegel, je weiter wir in das endlose Sandmeer der Rub al‑Chali vordrangen – jener sagenumwobenen Wüste, die sich über Saudi-Arabien, den Oman, Jemen und die VAE erstreckt und als größte zusammenhängende Sandwüste der Welt gilt. Bald umgab uns nichts mehr außer goldenen Dünen, die sich wie Wellen eines versteinerten Ozeans in alle Richtungen erstreckten. Der Motor brummte zuverlässig, während wir uns durch weichen, tiefen Sand kämpften. Jede Düne hatte ihre eigene Form, ihre eigene Persönlichkeit – manche sanft geschwungen, andere messerscharf wie der Kamm eines ungeheuren Tiers. Die Stille war erstaunlich. Kein Vogelruf, kein Windhauch, kein fremdes Geräusch – nur das leise Prasseln des Sandes, der gegen die Karosserie peitschte. Es war eine Stille, die man nicht hört, sondern spürt.
Der Sonnenuntergang über dem „Leeren Viertel“
Als der Tag sich neigte, hielten wir auf einer hohen Düne. Die Sonne schien direkt über dem Horizont zu schweben – ein glühender, orangefarbener Ball. Langsam tauchte sie die gesamte Wüste in ein Schauspiel aus Farben: Bernstein, Kupferrot, Magenta und am Ende ein tiefes Violett, das so unwirklich wirkte, als hätten wir den Planeten gewechselt. Der Sand funkelte im Licht der letzten Strahlen wie pulverisiertes Gold. Jede Düne war plötzlich ein Gemälde aus Licht und Schatten. Für einen Moment schien die Welt stillzustehen. Als die Sonne schließlich versank, breitete sich ein kühler, blauer Schimmer über der Wüste aus. Der Himmel verwandelte sich in ein Meer aus Sternen – klarer und näher, als man es sich irgendwo anders vorstellen könnte. Dieser Moment gehört zu jenen, die man nie wieder vergisst.
Die restlichen Tage nach dem Wüstenabenteuer verbringen wir in einem Resort direkt an einem traumhaften Küstenabschnitt mit karibischem Flair, sind begeistert vom warmen Klima und dem angenehmen Meerwasser und genießen jeden Abend einen herrlichen Sonnenuntergang am Arabischen Meer
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Kappadokien: Suffi Tanz und Ballonreise über das Tuffsteingebirge
Von Antalya geht es für mich und meine Reisefreunde mit dem Bus nach Konya. Über schneebedeckte Pässe und im Schneesturm. Zahlreiche Autos sind am Straßenrand liegen geblieben. Aber wir kommen einigermaßen durch.
Wir starten am Morgen in Antalya, als über den Dächern ein schweres Grau lag, das mehr versprach als nur Regen. Die Einheimischen hatten bereits am Vortag gewarnt: „Oben in den Pässen schneit es.“
Trotzdem: wir fuhren los – die Küste im Rückspiegel, die Berge wie eine Wand vor uns.
Der Aufstieg ins Taurusgebirge begann.
Schon kurz hinter Döşemealtı begann der Regen zögerlich in nassen Schnee überzugehen. Die Palmen wichen langsam den düsteren Silhouetten der Pinien. Mit jedem Kilometer wurde der Schnee dichter – aus Flocken wurde ein feiner, wirbelnder Schleier, dann eine weiße Wand. Die Straße schraubte sich höher. Der Pass bei Alacabel, über 1.800 Meter, galt ohnehin als anspruchsvoll. Heute wirkte er wie eine Bühne für ein Schauspiel aus Wind und Schnee. An manchen Stellen senkte der Sturm die Sicht auf wenige Meter. Die Leitpfosten am Straßenrand wurden zu einzigen Anhaltspunkten. Immer wieder tauchten schwer beladene LKW wie Geister aus dem Weiß auf – langsam, vorsichtig, fast lautlos. Je näher wir dem höchsten Punkt kamen, desto winterlicher wurde die Welt.
Vor uns waren Lastwagen und PKWs im Schnee hängen geblieben. Doch niemand schimpfte oder drängelte. Die Fahrer stiegen aus, halfen einander. Fremde Menschen, die sich im Schneetreiben wortlos die Hände reichten – diese Art von Solidarität findet man nur an Orten, die vom Wetter geprüft werden. Kurz hinter dem Pass nach Konya begann der Abstieg und das Schneetreiben wurde ruhiger. Die Straße begann sich langsam zu öffnen. Die dichten Wälder blieben zurück, und die weite Hochebene von Anatolien breitete sich vor uns aus.
Konya wirkte wie eine Oase der Ruhe. Minarette und Dächer wie mit Puderzucker überzogen. Nach Stunden zwischen Felsen, Wind und Stille fühlte sich die weite, ebene Landschaft beruhigend an. Im Café am Mevlana-Platz wärmte ich meine Hände an einem heißen Tee. Die Strapazen der Pässe waren jetzt weit weg. Die Stadt liegt auf der weiten Konya-Ebene (Konya Ovası) im Herzen Anatoliens, auf rund 1.000–1.200 Metern Höhe, umgeben von Ausläufern des Taurusgebirges. Die Region ist bekannt für ihr kontinental trockenes Klima mit kalten Wintern und warmen Sommern.Konya geht auf das antike Ikonion zurück und war über Jahrtausende ein wichtiger kultureller und religiöser Knotenpunkt. Berühmt wurde die Stadt als Zentrum des Mevlevi-Ordens, der von dem Gelehrten und Mystiker Jalaleddin Rumi (Mevlana) geprägt wurde.Noch heute ist Konya ein Pilgerort für Menschen, die sich für islamische Mystik interessieren.
Konya gilt als spirituelles Herz der Türkei. Besonders bekannt sind die tanzenden Derwische (Sema-Zeremonie) als Ausdruck der Sufi-Mystik. Wir besuchen das Mevlana-Kulturzentrum, in dem regelmäßig Sema-Aufführungen stattfinden. Wir probieren Etliekmek, ein dünner türkischer Fladen mit Fleisch aus dem Holzofen.
Weiter geht es nach Kappadokien. Das Tuffsteingebirge Kappadokiens ist eine Landschaft wie aus einem Traum. Das wollen wir bewundern.
Kappadokien liegt nicht weit von Konya entfernt in Zentralanatolien und ist bekannt für seine weichen Tuffsteinformationen, die durch Jahrtausende von Vulkanismus, Wind und Wasser geformt wurden. Die Region gleicht einer Märchenlandschaft voller Feenkamine, tief eingeschnittener Täler, Höhlenkirchen und in Felsen gehauener Siedlungen. Die ungewöhnlichen Felsformen – besonders die Feenkamine – bestehen aus weichem vulkanischem Tuffstein, der leicht erodiert und dadurch die charakteristischen spitzen, säulenartigen Gebilde bildet. Täler wie das Love Valley, das Rose Valley, das Red Valley oder das Göreme-Tal leuchten je nach Tageszeit in rosigen, roten oder ockerfarbenen Tönen. Aus der Höhe betrachtet wirken sie wie ein skulpturaler Teppich aus Felsformationen, Schluchten und Kuppen
Eine Ballonfahrt über das Tuffsteingebirge ist ein absolutes MUSS: Also buchen wir eine solche Fahrt.
Heißluftballons starten in Kappadokien fast immer bei Sonnenaufgang, da die kühle Morgenluft ideal für den Auftrieb ist und die Winde besonders stabil sind. Schon vor dem Start entsteht ein besonderer Moment: Überall werden bunte Ballons aufgeblasen, die Flammen erhellen die Dunkelheit – ein Vorgeschmack auf das Schauspiel am Himmel. Kurz nach dem Abheben gleitet der Ballon lautlos über die Täler. Wenn die Sonne aufgeht, sieht man die die Tuffsteinfelsen in warmen Rot- und Goldtönen. Zeitgleich steigen oft über 100 Ballons aus verschiedenen Tälern auf, was einen nahezu surrealen Anblick bietet: ein stilles Meer aus Farben über der märchenhaften Steinlandschaft.
Ausblicke auf Täler und Felsformationen. Die Piloten steuern die Ballons teils mehrere hundert Meter hoch für den Panoramablick und lassen sie dann wieder tief zwischen den Felsformationen hindurchgleiten – ein besonders intensives Erlebnis, bei dem man die Felsen, Höhlen und Weinberge fast berühren kann. Die einmalige Tuffsteinlandschaft macht die Ballonfahrt zu einem eindrucksvollen Reiseerlebnis und ist der Höhepunkt der Kappadokien-Reise.
Rosenmontag in Konya – Wir denken an zuhause. Das brachte meine Reisefreunde aus dem Rheinland auf eine Idee: Warum machen wir nicht einfach unsere eigene Rosenmontagsparty – hier in Konya? Gesagt, getan. In kurzer Zeit kamen wir zusammen und organisierten eine kleine, aber unglaublich stimmungsvolle Feier. Die Kombination aus deutscher Karnevalstradition und der herzlichen Atmosphäre in Konya machte den Tag zu etwas ganz Besonderem. Alaaf und Helau aus Konya!
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Reiseimpressionen Kappadokien
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Oman entdecken: Abenteuer zwischen Dünen, Wadis und Berggipfeln
Regine und ich starten unser Abenteuer und fliegen von Frankfurt in Richtung Oman. Früh am Morgen erreichen wir die Märchenstadt Muscat. Ohne Verzögerung beginnt unsere Rundreise: Wir verlassen Muscat sofort und begeben uns auf eine Abenteuer-Tour Richtung Nakhal. Unterwegs machen wir einen Stopp in Barka, um den lebhaften Fischmarkt zu besuchen und die bunte Fischversteigerung zu beobachten. Weiter geht es nach Nakhal, wo die imposante Festung aus dem 17. Jahrhundert auf einem Felsvorsprung thront. Wir reisen durch das atemberaubende Wadi Bani Awf ins omanische Hochland. Das Wadi ist ein spektakuläres, tief eingeschnittenes Flusstal im westlichen Hajar-Gebirge, berühmt für seine dramatische Berglandschaft und gilt als eine der schönsten und anspruchsvollsten Bergpassagen für Geländefahrzeuge.
Am nächsten Tag führt uns die Route nach Nizwa. Wir erkunden das prächtige Nizwa Fort und die Gassen der ehemaligen Hauptstadt. Anschließend unternehmen wir einen Gang zu den Ruinen von Tanuf und dem malerischen Ort Birkat al Mauz.
Ein Tagesausflug in die Berge bringt uns zum höchsten Berg des Omans, dem Jabal Shams. Wir besuchen Al Hamra, eine idyllische Oase inmitten grüner Dattelhaine, und das Bait al Safah Museum, das Einblicke in das traditionelle Leben des Omans gibt. Weiter geht es durch das Bergmassiv zum spektakulären Wadi Ghul und zum „Grand Canyon of Oman“. Die atemberaubende Landschaft bietet hinter jeder Kurve neue Eindrücke.
Am nächsten Tag führt uns die Reise nach Ibra, eine der ältesten Städte Omans, bevor wir in die unendlichen Sanddünen der Wahiba Sands aufbrechen. Hier erwartet uns eine aufregende Wüstensafari durch das faszinierende Meer aus roten und weißen Dünen. Am Abend genießen wir ein köstliches Abendessen im Wüstencamp Thousand Nights und lassen die Weite der Wüste auf uns wirken.
Der nächste Morgen beginnt mit einem herrlichen Sonnenaufgang über der Wüste. Anschließend unternehmen wir einen Ausflug zum Wadi Bani Khalid, einem der schönsten Wadis des Landes, mit kristallklarem, tiefblauem Wasser. Danach kehren wir zurück in die Ruhe der Wahiba Sands und genießen noch einmal die magische Stille der Wüste.
Unsere Reise geht weiter durch die Dünen der Wahiba Sands bis zur Hafenstadt Sur, bekannt für den Bau traditioneller Dhows. In der Dhow-Fabrik können wir den Handwerkern bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen. Entlang traumhafter Sandstrände fahren wir weiter zum Küstenort Ras Al Jinz, wo wir im nahegelegenen Hotel einchecken.
Von Ras Al Jinz geht es am nächsten Tag entlang der Küste zurück nach Muscat. Unterwegs besuchen wir das Wadi Tiwi, das Wadi Shab und das Bimah Sinkhole – eine eindrucksvolle Doline mit kristallklarem Wasser. Wir nehmen darin ein Bad. Vorbei am Fins Beach erreichen wir schließlich unser Badehotel in Muscat, das Al Bustan Palace a Ritz Carlton.
Die folgenden Tage stehen ganz im Zeichen der Erholung und Freizeit, genießen die luxuriösen Annehmlichkeiten des Hotels, spazieren am Strand entlang und lassen uns von der warmen Brise des Arabischen Meeres bezaubern.
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Saudi-Arabien: Kreuzfahrt mit der MSC Bellissima im Roten Meer
Manche Reisen beginnen mit einer Einladung – und diese war eine ganz besondere. Die saudische Königsfamilie hatte für ihre Staatsbediensteten das Kreuzfahrtschiff MSC Bellissima für einen Kurzurlaub gechartert. Regine und ich wurden gefragt, ob wir uns vorstellen könnten, mitzureisen – vorausgesetzt, wir hätten kein Problem mit der Art, wie Saudis Urlaub machen.
Wir zögerten nicht lange. Wann hat man schon die Gelegenheit, so intensiv mit Menschen aus einer anderen Kultur zusammenzukommen?
Start in Dschidda – Tor zum Roten Meer
Unsere Reise begann in der lebendigen Hafenstadt Dschidda am Roten Meer. Schon beim ersten Landgang spürten wir die besondere Atmosphäre dieser Stadt, in der Tradition und Moderne eng miteinander verwoben sind. Wir schlenderten durch die historische Altstadt Al-Balad, ein UNESCO-Welterbe mit kunstvoll verzierten Holzbalkonen und jahrhundertealten Häusern. Anschließend spazierten wir entlang der Uferpromenade, der Corniche, mit Blick auf das tiefblaue Meer. Ein beeindruckender Anblick war die King Fahd Fountain, deren Wasserfontäne spektakulär in den Himmel schießt. Natürlich durften auch Besuche in den traditionellen Souks nicht fehlen – ein Fest für die Sinne mit Düften von Gewürzen, Weihrauch und frisch geröstetem Kaffee.
Moderne Visionen in King Abdullah Economic City
Der nächste Stopp führte uns in die futuristische Planstadt King Abdullah Economic City. Moderne Architektur, gepflegte Grünanlagen und eine elegante Marina bestimmten das Bild. Wir nutzten die Zeit für einen entspannten Spaziergang entlang der Hafenpromenade und genossen die ruhige, beinahe mediterrane Atmosphäre.
Wüstentraum bei Yanbu und Al-'Ula
Von Yanbu aus starteten wir zu einem Ausflug, der sich als absolutes Highlight der Reise entpuppen sollte: eine Wüstensafari in die spektakuläre Region Al-'Ula. Dort erwartete uns die beeindruckende Felsformation Elephant Rock – ein gewaltiger Sandsteinfelsen in Form eines Elefanten. Besonders bei Sonnenuntergang bot sich uns ein unvergessliches Panorama: Das warme Licht ließ die Felsen in goldenen und rötlichen Tönen erstrahlen, während die Stille der Wüste eine fast mystische Stimmung erzeugte.
In Al-'Ula erkundeten wir zudem antike nabatäische Stätten, die eindrucksvoll von einer jahrtausendealten Kultur zeugen. Gewaltige Felsgräber und spektakuläre Wüstenlandschaften machten diesen Tag zu einem Erlebnis, das uns lange in Erinnerung bleiben wird.
Abstecher nach Aqaba
Anschließend steuerten wir Aqaba in Jordanien an. Die Hafenstadt gilt als Tor zu weltberühmten Sehenswürdigkeiten wie Petra und Wadi Rum. Da wir beide bereits zuvor diese beeindruckenden Orte besucht hatten, entschieden wir uns diesmal, Aqaba selbst zu erkunden.Wir genossen einen entspannten Spaziergang durch die Stadt, beobachteten das bunte Treiben im Hafen und ließen uns von der entspannten Atmosphäre am Roten Meer treiben.
Rückkehr nach Dschidda – Begegnungen und Eindrücke
Nach erlebnisreichen Tagen kehrten wir schließlich nach Dschidda zurück. Diese kurze Kreuzfahrt verband historische Weltkulturerbestätten und spektakuläre Wüstenkulissen mit entspannten Stunden an Bord und vielen freundlichen Begegnungen. Besonders bereichernd war für uns das Zusammensein mit den saudischen Mitreisenden. Trotz kultureller Unterschiede fühlten wir uns stets willkommen. Die Reise zeigte uns einmal mehr, wie wertvoll es ist, über den eigenen Horizont hinauszublicken.
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Reiseimpressionen Saudi Arabien- Kreuzfahrt
Kurztrip nach Okinawa – Japans tropisches Inselparadies
Von Tokio aus unternehme ich gemeinsam mit meinem japanischem Freund Ito einen kurzen Ausflug nach Okinawa, Japans südlichster Präfektur. Die Inselgruppe, zu der Okinawa Hontō, Miyako und Yaeyama gehören, liegt über 500 Kilometer südwestlich von Kyūshū und ist bekannt für ihre traumhaften Strände, üppige Natur und eine Kultur, die stark vom historischen Ryukyu-Königreich geprägt ist. Interessanterweise liegt die Insel Yonaguni nur knapp 125 Kilometer von Taiwan entfernt – ein winziger Schritt nach Südostasien.
Landschaft
Die Insel Okinawa Hontō überrascht mit ihrer Mischung aus tropischem Grün, schroffen Klippen und kristallklarem Wasser. Kokospalmen säumen manche Strände, während die Küste im Osten eher felsig und wild ist. Die subtropische Flora und Fauna machen die Insel zu einem Paradies für Wanderungen, Schnorcheln und Tauchen. Besonders beeindruckend sind die Korallenriffe, die als einer der vielfältigsten Meereslebensräume Japans gelten.
Kultur & Geschichte
Unsere Entdeckungsreise beginnt im Makishi Public Market in Naha. Die historische Markthalle ist ein pulsierendes Zentrum des alltäglichen Lebens. Hier kaufen Einheimische frische Meeresfrüchte, Gemüse und exotische Obstsorten, während Besucher die vielfältige Okinawa-Küche entdecken können – ein bunter Schmelztiegel für Augen und Gaumen.
Danach führt mich Ito zum Shuri-Palast, dem ehemaligen königlichen Sitz des Ryukyu-Königreichs. Auf einem Hügel über Naha gelegen, war der Palast von 1429 bis 1879 das politische und kulturelle Herz Okinawas. Die Architektur ist eine faszinierende Mischung aus japanischen und chinesischen Einflüssen, die die lange Handels- und Kulturgeschichte der Insel widerspiegelt. Seit 2000 gehört der Palast zum UNESCO-Weltkulturerbe „Gusuku und verwandte Stätten des Ryukyu-Königreichs“.
Okinawa hat eine besondere historische Bedeutung: Bereits in der Jōmon-Zeit betrieben Menschen Handel mit Einbäumen, und archäologische Funde belegen regen Austausch mit dem japanischen Festland. Heute ist Okinawa zudem berühmt für die Langlebigkeit seiner Bewohner – die Insel der Hundertjährigen.
Kulinarik
Ein Höhepunkt unseres Trips ist das gemeinsame Essen in einem Golfclub mit atemberaubendem Meerblick. Die Küche Okinawas ist einzigartig und gesund – viele Gerichte haben ihren Ursprung in der traditionellen Lebensweise der Insel. Ich probiere einige typische Spezialitäten:
Okinawa Soba: Dicke Weizennudeln in Schweinebrühe, garniert mit Schweinebauch und Frühlingszwiebeln.
Rafute: Geschmorter Schweinebauch in Sojasauce und Awamori, zart und leicht süßlich.
Goya Champuru: Stir-Fry mit Bittermelone, Tofu und Ei – ein gesundes Alltagsgericht.
Umibudo: „Meerestrauben“, kleine Algenperlen mit salzigem Plopp beim Kauen.
Taco Rice: Reis mit Taco-Hackfleisch, Käse und Salat – ein Beispiel für Okinawas Fusion-Küche durch US-Militärbasen
Mimiga: Dünn geschnittene Schweineohren als knackiger Snack.
Sata Andagi: Okinawanische Donuts, außen knusprig, innen fluffig.
Awamori: Starker, traditioneller Reiswein, oft pur serviert.
Tebichi: Schweinefüße als zarter Eintopf oder Beilage in Okinawa Soba.
Rafute Don / Okinawa Donburi: Variation von Rafute oder Goya Champuru auf Reis.
Okinawa vereint Natur, Geschichte, Kultur und Kulinarik auf einzigartige Weise. Von lebhaften Märkten über königliche Paläste bis hin zu exotischen Speisen spürt man die tiefe Verwurzelung der Insel in ihrer Vergangenheit und gleichzeitig ihre Lebendigkeit heute.
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Reiseimpressionen Okinawa
Russland/ Uralgebirge – Baschkirien: Auf den Spuren von Doktor Schiwago
Das Uralgebirge ist eine über 2.000 Kilometer lange Gebirgskette in Russland, die traditionell die natürliche Grenze zwischen Europa und Asien bildet. Es erstreckt sich vom Karischen Meer (Arktischer Ozean) im Norden bis zur Steppe Kasachstans im Süden. Die Narodnaja mit 1.895 Metern der höchste Berg im polaren Ural. Im Ural leben Russen, Tataren, Ukrainer, Baschkiren.
Es geht von Ufa aus mir der Eisenbahn in das westliche Uralgebirge nach Baschkirien (auch Republik Baschkortostan genannt), eine autonome Republik in der russischen Föderation.
Auf den Spuren von Doktor Schiwago wandeln und mit dem Pferdeschlitten durch den Ural reisen. Mit zwei Freunden habe ich dieses Abenteuer gewagt. Es sollte eine tolle Reise, ein tolles Abenteuer werden. Irgendwo im Nirgendwo steigen wir aus dem Zug. Unser Begleiter für die nächsten Wochen erwartet uns. Ein großer Weidekorb wird auf Kufen gesetzt und ein treues Pferd vorweg gespannt. Alles Gepäck kommt mit in den Korb, der wie gesagt locker auf den Kufen sitzt. Balancieren wird zur Kunst. So ging es los:
Der Schnee liegt schwer auf den dunklen Fichten, und der Atem der Pferde steigt wie warmer Dampf in die klare Luft. Die Kufen des Schlittens schneiden ein sanftes, rhythmisches Knirschen in die Stille, während die endlose Weite des Urals sich öffnet – Hügel, Wälder, gefrorene Flüsse, alles von einem blassen Winterlicht überzogen.
Die Kälte ist scharf, aber nicht feindlich; sie gehört zu dieser Landschaft wie das tiefe Schnauben der Tiere. Der Schlitten gleitet über zugefrorene Täler, vorbei an kleinen Holzsiedlungen, in denen Rauch aus den Schornsteinen steigt. Nur das Läuten der Pferdeschellen ist zu hören, ein heller Klang in der weiten Stille des russischen Winters.
Wir kehren bei Einheimischen in abgelegenen Weilern ein, hacken Holz, holen Wasser aus einem Eisloch im Bach, helfen beim Kochen mit und wärmen uns in einer Banja.
Boris Pasternak mit seinem Roman Doktor Schiwago und die spätere Verfilmung mit Omar Sharif haben mich zu dieser Reise inspiriert. Hier eine Textprobe aus dem Roman, wie auch ich sie erfühlt habe:
„Der Wind strich wie ein scharfes Messer über die gefrorene Steppe, und Jurij Andrejewitsch zog den Kragen seines Mantels höher. Vor ihm lag ein endloser, weißer Horizont – eine Landschaft, so still, dass selbst das Schnauben des Pferdes hinter ihm wie ein Echo wirkte.
Er war Arzt, Dichter, Beobachter der Welt, doch hier im Ural schien alles Große verstummt zu sein. Die Revolution hatte Städte erschüttert, Familien auseinandergerissen, aber die winterliche Weite der Berge ließ menschliche Dramen wie Spuren im Schnee aussehen: sichtbar für einen Moment, dann vom Wind verweht.“
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Reiseimpressionen aus dem Ural
Russland / Burjatien: Zu Fuß bei minus 40 Grad über den Baikal See
Die Republik Burjatien, gelegen in Ostsibirien an der Grenze zur Mongolei, umfasst den östlichen Teil des Baikalsees, des ältesten und tiefsten Süßwassersees der Erde. Die Burjaten sind ein mongolisches Volk. Der Iwolginski Dazan in der Nähe von Ulan-Ude ist das buddhistische Zentrum Russlands.
Wir sind 4 Freunde, die mit Igor unserem russischen Guide das Abenteuer wagen, den zugefrorenen Baikal See zu Fuß zu überqueren. Von Irkutsk geht es zur Insel Olchon, das spirituelle Zentrum des Sees. Dann weiter zur Wetterstation bei Usury, wo es über das sibirische Meer bis nach Gorjatschink zu Fuß geht. Unterwegs wird auf dem Eis übernachtet.
Los geht es: Der Wind peitscht über die endlose weiße Fläche des Baikal See. −40 Grad. Die Luft schneidet wie Glas in die Lungen. Jeder Atemzug brennt. Vor uns nichts als Eis – unter uns 1.600 Meter dunkles, eiskaltes Wasser. Es beginnt mit einem Geräusch. Ein tiefes Grollen.Dann ein Knall – als würde die Erde selbst zerbrechen. Das Eis lebt.
Wir stehen still. Lauschen. Unter unseren Füßen ziehen sich feine Linien durch die kristallklare Fläche. Risse, die wie Blitze unter dem transparenten Eis verlaufen. Kilometerweit kein Baum, kein Haus, kein Schutz. Nur wir und die unendliche Weite Sibiriens in Russland.
Das Eis arbeitet: Die bis zu 2 Meter dicke Eisschicht steht unter enormem Druck. Das typische Knacken und Donnern entstehen durch Temperaturstürze, die das Eis bersten lassen. Gefährliche Spalten: Es bilden sich teils meterbreite Risse und aufgetürmte Eisplatten (Presseis-Rücken), die den Weg versperren und gefährliche Hindernisse darstellen.
Jeder Schritt kostet Kraft. Die Kälte frisst Energie, saugt sie aus Muskeln und Gedanken. Der Stoppelbart ist gefroren, das Gesicht hinter einer Eisschicht verborgen. Eine dunkle Skibrille gibt den Augen ein wenig Schutz. Sprechen wird überflüssig.
Am Horizont eine dunkle Spalte. Igor sieht sie zuerst. Näher betrachtet ist es ein aufgebrochenes Eisfeld – haushohe Schollen, übereinander geschoben wie gefrorene Wellen. Ein Hindernis aus gefrorener Gewalt. Wir suchen einen Übergang, springen über schmale Risse, tasten jeden Schritt vorsichtig an. Unter uns knackt es erneut. Laut. Bedrohlich. Angst ist jetzt kein Gedanke mehr. Sie ist Instinkt.
Als die Sonne langsam hinter dem weißen Horizont versinkt, bauen wir das Zelt mitten auf dem See auf. Kein Ufer. Kein Schutz. Nur Eis. Die Heringe greifen nicht – wir verankern alles mit Eisschrauben. Der Kocher brennt, ein Lebenszeichen in einer Welt aus Frost.
Isolation ist alles: Ohne eine extrem dicke Isoliermatte und einen hochwertigen Expeditionsschlafsack zieht das Eis die Körperwärme in Minuten ab. Mit durchgeschwitzter Kleidung geht es in den Schlafsack. Alles musss durch die Körperwärme bis zum Morgen trocknen. Ein Toilettengang in der Nacht ist ein Abenteuer für sich.
Im Schlafsack, der sehr schnell mit einer Eisschicht bedeckt ist, lausche ich wieder diesem Knacken. Mal fern wie Donner, mal direkt unter uns. Der Baikal spricht in der Nacht.
Trotz der Erschöpfung. Es ist nur schön. Über uns spannt sich ein Himmel, klarer als irgendwo sonst auf der Welt. Sterne brennen wie kleine Feuer in der schwarzen Kälte. Und ich begreife: Das hier ist mehr als eine Durchquerung. Es ist eine Begegnung mit der rohen, unverfälschten Kraft der Natur.
Am Morgen ist alles still. Das Eis glitzert türkisblau, durchzogen von eingeschlossenen Luftblasen – eingefrorene Zeit. Irgendwo in der Ferne liegt das Ufer, das es zu erreichen gilt.
Noch viele Kilometer. Noch viele Schritte. Doch wer einmal bei −40 Grad über den Baikalsee gegangen ist, wer das Eis unter sich hat, singen hören und die eigene Grenze überschritten hat, der trägt dieses Erlebnis für immer in sich.
Die Überquerung war ein Abenteuer im Grenzbereich: Der Moment, in dem du weitergehst, obwohl alles in dir umkehren will. Aber wir haben es geschafft und anschließend uns in einer Banja aufgewärmt und mit viel Wodka auf unser Abenteuer angestoßen.
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Reiseimpressionen zu Fuß über den zugefrorenen Baikal See
Die Winterlandschaft der Insel Olchon im Baikal See. Zentrum der schamanischen Energie der Burjaten
Etwa 330 Kilometer nordöstlich von Irkutsk, auf halber Höhe des Westufers des Baikalsee, liegt die Insel Olchon – die größte und zugleich einzige bewohnte Insel des Sees.
Von Irkutsk aus fahren wir rund acht Stunden mit einem Minibus durch eine endlose Winterlandschaft Richtung Olchon. Die Straße führt durch verschneite Weiten, vorbei an kleinen Dörfern und gefrorenen Flussläufen. Der letzte Abschnitt der Reise ist ein echtes Abenteuer: Mit dem Fahrzeug geht es über das dick zugefrorene Eis des Baikalsees, denn eine feste Straße zur Insel gibt es nicht. Ein leicht mulmiges Gefühl begleitet die Überfahrt – man weiß, dass hier schon Lastwagen im Eis eingebrochen und in den eisigen Tiefen des Sees verschwunden sind. Doch zugleich eröffnet sich eine fantastische Aussicht über die schier endlose, glitzernde Eisfläche des Baikals.
Olchon gilt bei den hier heimischen Burjaten als eines der Zentren schamanischer Energie. Die Insel vereint transzendente Symbolik mit einer zauberhaften, oft kargen Landschaft. Es entsteht eine besondere, fast meditative Atmosphäre, die Besucher tief berührt.
Am Ostufer des 72 Kilometer langen Eilands liegt das Dorf Chuschir, der Hauptort Olchons, direkt am Fuße des berühmten Schamanenfelsens. Aufgrund der geografischen Lage und der offenen Topografie ist es hier häufig windig. Besonders der nordwestliche „Sarma“-Wind zählt zu den stärksten Winden am Baikalsee.
Weiter nördlich beeindrucken spektakuläre Steilküsten, die sich bis zum Kap Kap Choboi erstrecken. Von dort bietet sich ein atemberaubender Blick über das weite Eis.
Der Name „Olchon“ stammt vom burjatischen Wort „oj-chon“, was so viel bedeutet wie „wenig Wald“. Tatsächlich findet sich dichter Wald nur im zentralen Teil der Insel, während im Norden und Süden weite Steppenlandschaften dominieren.
Der höchste Punkt der Insel ist der Berg Zhima mit 1.267 Metern über dem Meeresspiegel. Einer Legende zufolge war dieser Berg einst die Heimstätte mächtiger Geister, weshalb ihn die Einheimischen bis heute als sakralen Ort verehren. In der Nähe, zwischen Kap Izhimay und Khaara-Khuschun, liegt zudem die tiefste Stelle des Baikalsees – mit 1.637 Metern der tiefste Punkt eines Süßwassersees weltweit.
Ein zentrales Heiligtum des burjatischen Schamanismus ist der Schamanenfelsen (Skala Schamanka) am Kap Burchan. Die markante Felsformation nahe Chuschir gilt als Wohnsitz der Geister und ist eines der wichtigsten Wahrzeichen Sibiriens. Die Burjaten, eng mit den Mongolen verwandt, besiedelten das Gebiet rund um den Baikalsee lange bevor es Teil des Russischen Reiches wurde.
Unsere Übernachtung erfolgt in der kleinen Wetterstation der Siedlung Usury an der Ostküste der Insel, idyllisch gelegen in der Khaga-Yaman-Bucht. Usury ist die einzige Siedlung im östlichen Teil Olchons und dient hauptsächlich als Stützpunkt für meteorologische Beobachtungen – ein abgeschiedener Ort, an dem man die gewaltige Natur des Baikals besonders intensiv spürt.
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Reiseimpressionen Insel Ochon im winterlichen Baikal See
Indien: Abenteuer in der Thar-Wüste – Magie aus Sand und Sternen
Schon im Morgengrauen beginnt mein Abenteuer in der „Großen Indischen Wüste“. Noch liegt Kälte über dem Sand, und eingehüllt in warme Kleidung und mit Pudelmütze steige ich auf mein Dromedar. Kamele und Dromedare unterscheiden sich deutlich durch ihre Höckerzahl, ihren Lebensraum und ihren Körperbau. Der Unterschied zwischen Kamel und Dromedar liegt insbesondere in der Höckeranzahl: Während das Dromedar mit einem Höcker vor allem in heißen Wüsten anzutreffen ist, bewältigt das Trampeltier mit zwei Höckern extreme Kälte in Zentralasien. Diese Höcker sind Fettspeicher, die als Energiereserve dienen. In Zeiten von Nahrungsknappheit kann das Fett abgebaut werden, wodurch der Höcker schrumpft oder „zusammenfällt“. Dromedare bevorzugen heiße, trockene Wüstenregionen wie die Sahara und den Nahen Osten. Sie sind optimal an hohe Temperaturen angepasst und können bis zu 50°C tolerieren. Kamele (Trampeltiere) leben in den kargen Steppen und Wüsten Zentralasiens, z. B. in der Mongolei. Sie trotzen Temperaturen von -40°C bis +40°C. Dromedare sind schlanker, mit einer Schulterhöhe von bis zu 2 Metern. Sie wiegen ca. 400 kg. Kamele sind robuster, wiegen bis zu 800 kg und haben eine kürzere, kräftigere Statur.
Los geht es: Die Stille ist überwältigend. Nur das leise Schnauben der Tiere und das Knirschen ihrer Schritte im feinen Sand begleiten uns.
Die Thar-Wüste, gelegen im indischen Bundesstaat Rajasthan, erstreckt sich über beinahe 240.000 Quadratkilometer – fast so groß wie Großbritannien. Ihre Entstehung gibt Wissenschaftlern bis heute Rätsel auf. Manche vermuten, sie sei 4.000 bis 10.000 Jahre alt. Andere glauben, dass sie erst zwischen 2000 und 1500 v. Chr. entstand, als der Ghaggar-Fluss austrocknete und der Monsun ausblieb.
Mit meinem Guide reite ich auf dem Rücken des Wüstenschiffs in ein Meer aus Dünen. Vor uns erheben sich Sanddünen – bis zu 150 Meter hoch. Der Wind formt sie unaufhörlich neu. Es gibt transversale, longitudinale Dünen und die halbmondförmigen Barchane. Nur etwa zehn Prozent sind Wanderdünen, der Rest scheint fest verwurzelt in dieser scheinbar endlosen Landschaft.
Der Sand ist unglaublich fein. Der Wind bläst ihn über die Kämme der Dünen, und bald spüre ich einen dünnen Film auf meiner Haut. Mund und Augen fühlen sich an wie Schleifpapier. Und während das Dromedar gemächlich weiterzieht, merke ich deutlich meine Beinmuskeln – das Reiten auf diesen „Wüstenschiffen“ ist anstrengender, als es aussieht!
Die Temperaturen in der Wüste Thar schwanken extrem – im Winter nahe dem Gefrierpunkt, im Sommer bis zu 50 °C. Dennoch ist die Wüste erstaunlich lebendig. Hirschziegenantilopen, Wölfe, Adler und zahlreiche Reptilienarten trotzen hier den Bedingungen.
Im Desert National Park nahe Jaisalmer wird dieses fragile Ökosystem geschützt. Zwischen Sanddünen und felsigen Vorsprüngen entdeckt man eine überraschende Vielfalt an Pflanzen und Tieren – ein Paradies für Naturfreunde.
Am Abend erreichen wir unser Wüstencamp. Die Sonne sinkt langsam herab und verwandelt sich in einen roten Feuerball am Horizont. Vom Rücken des Dromedar aus, erlebe ich einen der schönsten Sonnenuntergänge meines Lebens.
Später versammeln wir uns um das Lagerfeuer. Es gibt ein traditionelles Abendessen mit köstlichen Gewürzen, dazu gefühlvollen Wüstengesang. Eine Musikgruppe spielt, und Tänzerinnen in bunten Gewändern beginnen sich zu drehen. Besonders beeindruckend ist der traditionelle Ghoomar-Tanz: Mit eleganten Bewegungen wirbeln die langen Röcke – die Ghagra – im Kreis, im Uhrzeigersinn und gegen ihn. Die Farben leuchten im Feuerschein, während Sterne über uns aufgehen.
Obwohl wir verschiedene Sprachen sprechen, verstehen wir uns. Mit Lächeln, Gesten und viel Herzlichkeit werde ich schließlich selbst zum Tanz aufgefordert. Unter einem Himmel voller Sterne, weit entfernt von jeder Stadt, fühlt sich dieser Moment zeitlos an.
In der Nacht lege ich mich in einem Zelt zur Ruhe, nicht ohne vorher noch einen Blick in den Himmel zu werfen. Über mir spannt sich ein unendliches Firmament, klar und hell. Kein Lärm, kein Licht – nur Stille.
Die Thar-Wüste, ein Abenteuer aus Sand, Musik und Sternen – rau, faszinierend und unvergesslich.
Galerie
Reiseimpressionen Wüste Thar / Indien
































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































